VERBINDUNGSMITTEL FÜR POSITIONIERUNGEN

REFERENZNORMEN: EN 358


2F715, 7L915

Die Durchführung der regelmäßigen Kontrollen (in vom Hersteller bestimmten Abständen) ist unerlässlich, um eine andauernde Effizienz und Dauerhaftigkeit des Geräts zu garantieren. Davon hängt die Sicherheit des Nutzers ab. Die Durchführung regelmäßiger Prüfverfahren entbindet den Benutzer nicht von der Pflicht, die Kontrollen vor und nach jeder Anwendung durchzuführen, noch davon, eine außergewöhnliche Kontrolle zu beantragen, insofern sich Sonderfälle zutragen (z.B. ein Sturz aus geringerer Höhe, Wechsel des Benutzers, usw.) oder sollten Zweifel über die Funktionstüchtigkeit des Geräts bestehen.  Achtung! Der Prüfer, nachdem er die regelmäßige Kontrolle durchgeführt hat, ist verantwortlich für die gute Funktionstüchtigkeit der PSA. Die Kontrolle muss auf seriöse Weise ausgeführt werden, ohne Eile und ohne Prüfschritte zu überspringen: dies ist der einzige Weg, um keine unnötigen Risiken auf sich zu nehmen.

Die regelmäßige Kontrolle eines Geräts muss wie folgt durchgeführt werden:

  • alle 12 Monate bei Normalgebrauch;
  • alle 6 Monate bei intensivem Gebrauch oder aggressiver Umgebung (z.B. am Meer);
  • bei Vorhandensein von Betriebsstörungen während der Kontrolle vor und nach jedem Gebrauch;
  • bei jedem Benutzerwechsel;
  • das in diesem Handbuch beigelegte Kontrollblatt muss jedes Mal ausgefüllt werden;
  • nur vom Hersteller oder einer kompetenten, vom Hersteller autorisierten Person.

Das Blatt für die regelmäßige Kontrolle muss wie folgt ausgefüllt werden:

  • die vom Kontrollverfahren für jedes einzelne Gerät vorgegebenen Anweisungen müssen befolgt werden (letzte Aktualisierung auf der Seite ppe.climbingtechnology.com prüfen);
  • das beigefügte Bildmaterial für jeden Kontrollvorgang muss geprüft werden;
  • die Gebrauchsanweisung des Geräts muss gelesen werden, kann man auch downloaden: www.climbingtechnology.com;
  • das Gerät muss in geeigneter, aufgeräumter Umgebung mit guten Lichtverhältnissen ausgewertet werden.

Das Blatt der jährlichen Kontrolle besteht aus einer Check List, in die für jeden Punkt des Prüfverfahrens das Resultat der Kontrolle eingetragen werden muss:

  OK
Das Gerät befindet sich in gutem Zustand und kann in aller Sicherheit verwendet werden.

AUSMUSTERN
Das Gerät weist mittelschwere bis schwere Schäden auf, welche die Hauptfunktionen beeinträchtigen und muss deshalb ausgemustert werden. Die festgestellten Schäden im Bereich “ANMERKUNGEN” eintragen.

ÜBERPRÜFEN
Das Gerät weist einen oder mehrere leichte Schäden auf, welche die Hauptfunktionen nicht beeinträchtigen. Die festgestellten Schäden im Bereich “ANMERKUNGEN” eintragen.

ANFRAGE FÜR ERSATZ
Es wird festgestellt, dass ein austauschbares Teil des Geräts beschädigt ist oder fehlt: diese Abweichung im Bereich „ANMERKUNGEN“ eintragen. Am Ende der Kontrolle, ohne weitere Probleme und falls das Ersatzteil installiert wird, kann das Gerät als dienstfähig angegeben werden. Andernfalls muss es ausgemustert werden. Bis auf andere Angaben, muss die Reparatur vom Hersteller, einem vom Hersteller ausgebildeten Techniker oder von einer kompetenten, befähigten Person durchgeführt werden. Die ersetzbaren Teile eines jeden Geräts, falls vorhanden, werden in der jeweiligen Kontrollvorgabe angegeben und mit einem Code für den Ankauf identifiziert.

Anmerkung:

  • ● Jedes Gerät kann aus primären Einzelteilen bestehen (mit struktureller Funktion / Sicherheitsfunktion), sowie aus sekundären Teilen (mit Zusatzfunktionen): es obliegt dem Prüfer, den vorhandenen Schäden auf sekundären Einzelteilen mehr oder weniger Gewicht einzuräumen, um die Funktionstüchtigkeit des Geräts zu bestimmen. Die primären und sekundären Einzelteile einer jeden PSA werden im dazugehörigen Prüfverfahren gelistet.
  • Die jeweiligen Daten zu Modell, Code, Seriennummer, Herstellungsjahr und Normen können aus der auf dem Gerät vorhandenen Markierung gewonnen werden, dazu den passenden Punkt in der Gebrauchsanweisung lesen.
  • Die Lebensdauer des Geräts wird in der dazugehörigen Gebrauchsanweisung angegeben, welche verpflichtend dem Kontrollblatt beigefügt werden muss.
  • Um das Prüfverfahren des Geräts durchführen zu können, muss es angemessen und wie in der Gebrauchsanweisung geschildert, gesäubert werden. Ein unzureichend sauberes Gerät könnte als untauglich erklärt werden, da es nicht überprüfbar ist.

Am Ende des Kontrollvorgangs kann das Gerät folgendermaßen klassifiziert werden: DIENSTTAUGLICH, UNTAUGLICH oder ZU ÜBERPRÜFEN. Im letzten Fall müssen in den Anmerkungen alle leichten Defekte angegeben werden, auf die vor und nach dem Gebrauch geachtet werden muss. Es obliegt dem Prüfer, die nächste Kontrolle innerhalb einer kürzeren Zeitspanne als den vorgesehenen 6 oder 12 Monaten zu beantragen.

Checking procedures

BENENNUNG DER TEILE

PRIMÄRE EINZELTEILE: Körper, Seitenteile, Nocke und Reglerschrauben, Verbindungsmittel und Endstücke, Karabiner

SEKUNDÄRE EINZELTEILE: /

AUSTAUSCHBARE TEILE: Seilschutz, Verbindungsmittel, Karabiner

1) ALLGEMEINE PRÜFUNG UND GESCHICHTE

1.1 – Das Vorhandensein und die Lesbarkeit der Markierung prüfen, besonders jene der CE-Marke und der EN-Bezugsnorm.

1.2 – Prüfen, dass das Gerät die Lagerungsdauer und/oder Gebrauchsdauer nicht überschritten hat.

1.3 – Prüfen, dass das Gerät integer und vollständig in all seinen Teilen ist (es empfiehlt sich der Vergleich mit einem neuen Produkt).

1.4 – Prüfen, dass das Gerät nicht außerhalb der Produktionsstätte bearbeitet erscheint oder von nicht befähigten Stellen gewartet wird.

1.5 – Prüfen, dass das Gerät keinen Sondervorfall erlebt hat (z.B. Fall aus großer Höhe, starke Schlageinwirkung). Sollte auch kein Defekt oder Degradation sichtbar sein, könnte die anfängliche Strapazierfähigkeit ernsthaft verringert worden sein.

2) SICHTKONTROLLE

2.1 – KONTROLLE DES REGLERS

  • SEITENTEILE – Das Fehlen von Verformungen, Schnitten, Sprüngen und von Verschleißanzeichen an den Stellen mit Seilkontakt und Karabinerkontakt überprüfen. Das Fehlen von Korrosion und Oxidation sicherstellen.
  • NOCKEN – Das Fehlen von Verformungen, Schnitten, Sprüngen und Abnutzungserscheinungen sicherstellen, mit besonderem Augenmerk auf die Kontaktstellen mit dem Seil. Das Fehlen von Korrosion und Oxidation überprüfen.
  • SCHRAUBEN – Den Zustand der Schrauben überprüfen und das Fehlen von Spielraum zwischen den.

2.2 – KONTROLLE DES SEILS

  • 2.2.1 – KONTROLLE DES MANTELS

    • Das Seil entlang der gesamten Länge durchlaufen lassen und auf Schnitte, Abrieb, Ausfransung, Verschleiß, Korrosion und Spuren chemischer Substanzen auf dem Mantel absuchen. Darauf achten, auch die vom Seilschutz verdeckten Stellen zu kontrollieren.
  • 2.2.2 – KONTROLLE DES KERNS

    • Das Seil entlang der gesamten Länge durchlaufen lassen und den Kern abtasten, um das Fehlen von weichen, harten, gebrochenen Stellen zu überprüfen oder auf Stellen, an denen der Kern aus dem Mantel hervortritt. Auch auf die vom Seilschutz verdeckten Stellen achten.
    • Sollten beim Abtasten Abweichungen gefunden werden, an der jeweiligen Stelle das Seil in verschiedene Biegungen legen und die Ebenmäßigkeit der Biegung untersuchen. Spitze Winkel oder Verformungen können auf einen Bruch oder eine Beschädigung des Kerns hindeuten.
  • 2.2.3 – KONTROLLE DER ÖSEN AN DEN SEILENDEN

    • SEIL – Das Fehlen von Schnitten, Abrieb, Ausfransung, Verschleiß, Korrosion und Spuren chemischer Substanzen überprüfen
    • SCHUTZHÜLLE – Die Integrität, das Fehlen von Schnitten, Sprüngen, Verschleiß und Spuren chemischer Substanzen feststellen.
    • NÄHTE – Das Fehlen von geschnitten, gezogenen, lockeren Fäden, Verschleiß, Abrieb, Korrosion und Spuren chemischer Substanzen überprüfen.
    • KAUSCHE – die Integrität, das Fehlen von Einschnitten, Verschleiß, Sprüngen und Spuren chemischer Substanzen feststellen.
  • 2.2.4 – KONTROLLE TALURIT PRESSKLEMME

    • Den Zustand der Endverbindung überprüfen, das Fehlen von übermäßigem Verschleiß und Spuren chemischer Substanzen. Beim Abtasten der Hülse prüfen, dass das Seilende über die Talurit Pressklemme hinausragt.
  • 2.2.5 – SEILSCHUTZ

    • Die Integrität überprüfen, das Fehlen von Einschnitten, Ausfransungen und übermäßigem Verschleiß. Sollten Defekt vorhanden sein, aufmerksam das darunterliegende Seil überprüfen. Bei Bruch oder fehlendem Schutz eine Ersetzung vornehmen.

2.3 – KONTROLLE DES VERBINDUNGSELEMENTS DER REEPSCHNUR (FALLS VORHANDEN)

  • 2.3.1 – KONTROLLE DES KÖRPERS

    • Das Fehlen von Verformungen, Schnitten, Sprüngen, Korrosion und Oxidation überprüfen.
    • Überprüfen, dass die von der Seilreibung oder durch andere Vorrichtungen erzeugte Einkerbung nicht tiefer als 2 mm ist. Andere Stellen dürfen keine Verschleißanzeichen mit einer Tiefe von mehr als 1 mm aufweisen.
  • 2.3.2 – KONTROLLE DER SCHNAPPER

    • Das Fehlen von Verformungen, Einschnitten, Kerben, Korrosion und Oxidation überprüfen. Ebenso den Zustand der Nietnägel kontrollieren.
  • 2.3.3 – KONTROLLE DES VERSCHLUSSSYSTEMS

    • ○ Das Öffnen des Hauptschnappers überprüfen, indem der zweite Schnapper betätigt wird, wie in der Gebrauchsanweisung angeführt. Das automatische Zurückschnellen der Schnapper beim Loslassen überprüfen.
      Achtung! Prüfen, dass der Schnapper bei aktivem Sperrmechanismus nicht öffnet. Falls nötig, die mobile Einzelteile laut der Vorgaben der Gebrauchsanweisung schmieren.

2.4 – KONTROLLE DES VERBINDUNGSELEMENTS DES REGLERS

  • Das Vorhandensein des serienmäßig gelieferten ovalen Verbindungselements EN 362 prüfen und die Übereinstimmung der Seriennummer kontrollieren. Sollte es sich um ein nicht originales Verbindungselement handeln, muss es mit einem passenden Original ersetzt werden und die Seriennummer auf dem Kontrollblatt im Bereich Anmerkungen eingetragen werden.
  • Den Zustand des Verbindungselements überprüfen, dazu die jeweiligen Kontrollprozeduren und Gebrauchsanweisungen befolgen.

3) FUNKTIONSTEST

3.1 – KONTROLLE DES DURCHLAUFS

  • Das Verbindungselement des Reglers am ventralen Gurtring anbringen und den Endverbinder an einem Anschlagpunkt. Den Seildurchlauf überprüfen, dazu am Seilende mit Talurit Pressklemme ziehen. Das Seil muss korrekt durchlaufen.

3.2 – KONTROLLE DES SPERRMECHANISMUS

  • Die Sperrung des Seils prüfen, indem die Vorrichtung mit dem Eigengewicht belastet wird: es darf keinen Seildurchlauf geben. Der Durchlauf des Seils in diese Richtung darf nur gegeben sein, wenn das Gerät manuell wie in der Gebrauchsanweisung angeführt betätigt wird.

3.3 – KONTROLLE DER ENTRIEGELUNG

  • Mit einer Hand den Regler greifen und leicht drehen, mit der anderen Hand das freie Seilende halten und so die Entsperrung des Seils überprüfen.

Photo doc.

OK Das Gerät ist in gutem Zustand und kann in aller Sicherheit verwendet werden.
AUSMUSTERN Das Gerät weist mittlere/schwere Beschädigungen auf, welche die Hauptfunktionen beeinträchtigen und muss deshalb ausgemustert werden. Die bemerkten Schäden im Feld “ANMERKUNGEN” eintragen.
ÜBERPRÜFEN Das Gerät weist eine oder mehrere leichte Beschädigungen auf, die keinen Einfluss auf die Hauptfunktionen besitzen. Die bemerkten Schäden im Feld “ANMERKUNGEN” eintragen.
BEANTRAGUNG AUF ERSATZ Am Ende der Kontrolle, sollten keine weiteren Beschädigungen vorhanden sein und sollte eine Ersetzung stattfinden, kann das Gerät als diensttauglich erklärt werden, andernfalls muss es ausgemustert werden. Bis auf andere Angaben, kann die Ersetzung nur vom Hersteller, einem vom Hersteller ausgebildeten Techniker oder einer vom Hersteller befähigten Fachkraft vorgenommen werden. Die ersetzbaren Einzelteile eines jeden Geräts werden, falls vorhanden, im jeweiligen Prüfverfahren zusammen mit dem jeweiligen Code für den Kauf gelistet.
  • Abgenutztes Seil.


    fa-trash

    Seil mit beschädigtem Mantel: der Seilkern ist sichtbar.


    fa-trash
  • Seil mit beschädigtem Mantel. Man bemerke den Unterschied in der Biegung zwischen intakter Stelle (reguläre Biegung, unten links) und beschädigter Stelle (unterbrochene Biegung, oben rechts).


    fa-trash

    Seil mit beschädigtem Mantel. Dieser Schaden kann besser durch Tasten festgestellt werden, auch wenn von außen eine leichte Verdünnung der Schnur beobachtet werden kann.


    fa-trash
  • Nocke des Reglers sehr abgenutzt: der Unterschied zwischen einem neuen Gerät (rechts) und einer abgenutzten Nocke (links) ist deutlich sichtbar.


    fa-trash

    Beschädigte Öse des Endstücks: Kausche und Wärme-empfindliche Hülse teils fehlend, Naht und Schnur abgenutzt und unleserliches Etikett.


    fa-trash
  • Regler mit gelockerten Schrauben.


    fa-exclamation-triangle

    Schraubensicherung einfüllen und vollständig zudrehen.

    Regler mit fehlender Schraube.


    fa-exclamation-triangle

    Mit dem passenden Ersatzteil austauschen. Schraubensicherung in das Bohrloch einfügen und vollständig zudrehen.

  • Austreten des Kerns.


    fa-trash

    Offensichtliche Verbrennungen auf der Schutzhülse. Achtung! Aufmerksam die gesamte Länge der Schnur überprüfen: die sichtbaren Schäden auf der Hülse könnten ebenso auf der Schnur vorhanden sein.


    fa-trash
  • Offensichtliche Verbrennungen auf der Schutzhülse. Achtung! Aufmerksam die gesamte Länge der Schnur überprüfen: die sichtbaren Schäden auf der Hülse könnten ebenso auf der Schnur vorhanden sein.


    fa-trash

    Stark verdreckte Schnur mit offensichtlichen Materialrückständen.


    fa-trash
  • Regler mit gesperrter Nocke aufgrund einer Ansammlung von Fremdmaterial.


    fa-trash

    Verbindungselement des Reglers und Seilschutz fehlend.


    fa-trash

    Sollte es keine weiteren Defekte geben, mit den passenden Ersatzteilen austauschen.