SEILE, SEILE MIT ÖSEN, FÜHRUNGSSEILE

REFERENZNORMEN: EN354 / EN 1891


7L923, 7L92400010, 7L9240E010, 7L92500010, 7L9250E010, 7L926, 7L9260E, 7L927, 7L9270E, 7W133, 7W153, 7W154, 7W155, 7W157, 7W158, 7W159, 7W160, 7W163, 7W167, 7W168, 7W169, LA907

Die Durchführung der regelmäßigen Kontrollen (in vom Hersteller bestimmten Abständen) ist unerlässlich, um eine andauernde Effizienz und Dauerhaftigkeit des Geräts zu garantieren. Davon hängt die Sicherheit des Nutzers ab. Die Durchführung regelmäßiger Prüfverfahren entbindet den Benutzer nicht von der Pflicht, die Kontrollen vor und nach jeder Anwendung durchzuführen, noch davon, eine außergewöhnliche Kontrolle zu beantragen, insofern sich Sonderfälle zutragen (z.B. ein Sturz aus geringerer Höhe, Wechsel des Benutzers, usw.) oder sollten Zweifel über die Funktionstüchtigkeit des Geräts bestehen.  Achtung! Der Prüfer, nachdem er die regelmäßige Kontrolle durchgeführt hat, ist verantwortlich für die gute Funktionstüchtigkeit der PSA. Die Kontrolle muss auf seriöse Weise ausgeführt werden, ohne Eile und ohne Prüfschritte zu überspringen: dies ist der einzige Weg, um keine unnötigen Risiken auf sich zu nehmen.

Die regelmäßige Kontrolle eines Geräts muss wie folgt durchgeführt werden:

  • alle 12 Monate bei Normalgebrauch;
  • alle 6 Monate bei intensivem Gebrauch oder aggressiver Umgebung (z.B. am Meer);
  • bei Vorhandensein von Betriebsstörungen während der Kontrolle vor und nach jedem Gebrauch;
  • bei jedem Benutzerwechsel;
  • das in diesem Handbuch beigelegte Kontrollblatt muss jedes Mal ausgefüllt werden;
  • nur vom Hersteller oder einer kompetenten, vom Hersteller autorisierten Person.

Das Blatt für die regelmäßige Kontrolle muss wie folgt ausgefüllt werden:

  • die vom Kontrollverfahren für jedes einzelne Gerät vorgegebenen Anweisungen müssen befolgt werden (letzte Aktualisierung auf der Seite ppe.climbingtechnology.com prüfen);
  • das beigefügte Bildmaterial für jeden Kontrollvorgang muss geprüft werden;
  • die Gebrauchsanweisung des Geräts muss gelesen werden, kann man auch downloaden: www.climbingtechnology.com;
  • das Gerät muss in geeigneter, aufgeräumter Umgebung mit guten Lichtverhältnissen ausgewertet werden.

Das Blatt der jährlichen Kontrolle besteht aus einer Check List, in die für jeden Punkt des Prüfverfahrens das Resultat der Kontrolle eingetragen werden muss:

  OK
Das Gerät befindet sich in gutem Zustand und kann in aller Sicherheit verwendet werden.

AUSMUSTERN
Das Gerät weist mittelschwere bis schwere Schäden auf, welche die Hauptfunktionen beeinträchtigen und muss deshalb ausgemustert werden. Die festgestellten Schäden im Bereich “ANMERKUNGEN” eintragen.

ÜBERPRÜFEN
Das Gerät weist einen oder mehrere leichte Schäden auf, welche die Hauptfunktionen nicht beeinträchtigen. Die festgestellten Schäden im Bereich “ANMERKUNGEN” eintragen.

ANFRAGE FÜR ERSATZ
Es wird festgestellt, dass ein austauschbares Teil des Geräts beschädigt ist oder fehlt: diese Abweichung im Bereich „ANMERKUNGEN“ eintragen. Am Ende der Kontrolle, ohne weitere Probleme und falls das Ersatzteil installiert wird, kann das Gerät als dienstfähig angegeben werden. Andernfalls muss es ausgemustert werden. Bis auf andere Angaben, muss die Reparatur vom Hersteller, einem vom Hersteller ausgebildeten Techniker oder von einer kompetenten, befähigten Person durchgeführt werden. Die ersetzbaren Teile eines jeden Geräts, falls vorhanden, werden in der jeweiligen Kontrollvorgabe angegeben und mit einem Code für den Ankauf identifiziert.

Anmerkung:

  • ● Jedes Gerät kann aus primären Einzelteilen bestehen (mit struktureller Funktion / Sicherheitsfunktion), sowie aus sekundären Teilen (mit Zusatzfunktionen): es obliegt dem Prüfer, den vorhandenen Schäden auf sekundären Einzelteilen mehr oder weniger Gewicht einzuräumen, um die Funktionstüchtigkeit des Geräts zu bestimmen. Die primären und sekundären Einzelteile einer jeden PSA werden im dazugehörigen Prüfverfahren gelistet.
  • Die jeweiligen Daten zu Modell, Code, Seriennummer, Herstellungsjahr und Normen können aus der auf dem Gerät vorhandenen Markierung gewonnen werden, dazu den passenden Punkt in der Gebrauchsanweisung lesen.
  • Die Lebensdauer des Geräts wird in der dazugehörigen Gebrauchsanweisung angegeben, welche verpflichtend dem Kontrollblatt beigefügt werden muss.
  • Um das Prüfverfahren des Geräts durchführen zu können, muss es angemessen und wie in der Gebrauchsanweisung geschildert, gesäubert werden. Ein unzureichend sauberes Gerät könnte als untauglich erklärt werden, da es nicht überprüfbar ist.

Am Ende des Kontrollvorgangs kann das Gerät folgendermaßen klassifiziert werden: DIENSTTAUGLICH, UNTAUGLICH oder ZU ÜBERPRÜFEN. Im letzten Fall müssen in den Anmerkungen alle leichten Defekte angegeben werden, auf die vor und nach dem Gebrauch geachtet werden muss. Es obliegt dem Prüfer, die nächste Kontrolle innerhalb einer kürzeren Zeitspanne als den vorgesehenen 6 oder 12 Monaten zu beantragen.

Checking procedures

BENENNUNG DER TEILE

PRIMÄRE EINZELTEILE: Mantel, Kern, Enden

SEKUNDÄRE EINZELTEILE:  Kausche

ERSETZBARE TEILE: /

1) ALLGEMEINE PRÜFUNG UND GESCHICHTE

1.1 – Das Vorhandensein und die Lesbarkeit der Markierung prüfen, besonders jene der CE-Marke und der EN-Bezugsnorm.

1.2 – Prüfen, dass das Gerät die Lagerungsdauer und/oder Gebrauchsdauer nicht überschritten hat.

1.3 – Prüfen, dass das Gerät integer und vollständig in all seinen Teilen ist (es empfiehlt sich der Vergleich mit einem neuen Produkt).

1.4 – Prüfen, dass das Gerät nicht außerhalb der Produktionsstätte bearbeitet erscheint oder von nicht befähigten Stellen gewartet wird.

1.5 – Prüfen, dass das Gerät keinen Sondervorfall erlebt hat (z.B. Fall aus großer Höhe, starke Schlageinwirkung). Sollte auch kein Defekt oder Degradation sichtbar sein, könnte die anfängliche Strapazierfähigkeit ernsthaft verringert worden sein.

2) SICHTKONTROLLE

2.1 – KONTROLLE DES SEILMANTELS

  • Die gesamte Seillänge auf Schnitte, Abrieb, Ausfransungen, Verschleiß, Korrosion und Spuren chemischer Substanzen auf dem Mantel überprüfen. Darauf achten, auch die von Schutzhüllen versteckten Stellen zu kontrollieren. Bei den Endstücken darauf achten, dass es keine Kringel, Stellen mit fehlendem oder freiliegendem Kern gibt.

2.2 – KONTROLLE DES SEILKERNS

  • Die gesamte Seillänge abtasten und den Kern auf weiche, harte, unterbrochene oder Austritt eines Teils des Kerns abtasten. Darauf achten, ebenso die von Schutzhüllen verdeckten Stellen zu überprüfen.
  • Sollte beim Abtasten auf Abweichungen gestoßen werden, an der betroffenen Stelle eine verschieden große Biegung formen, um die Ebenmäßigkeit der Biegung zu überprüfen. Sollten sich spitze Winkel bilden, könnte dies einen Bruch oder eine Beschädigung des Kerns bedeuten.

2.3 – KONTROLLE DER ENDÖSEN

  • SEIL – Das Fehlen von Schnitten, Abrieb, Ausfransung, Verschleiß, Korrosion und Spuren chemischer Substanzen überprüfen.
  • SCHUTZHÜLLE – Die Integrität, das Fehlen von Schnitten, Sprüngen, Verschleiß und Spuren chemischer Substanzen überprüfen.
  • NÄHTE – Das Fehlen von abgeschnittenen, gezogenen oder lockeren Fäden, Verschleiß, Abrieb, Korrosion und Spuren chemischer Substanzen überprüfen.
  • KAUSCHE (FALLS VORHANDEN) – Die Integrität überprüfen, sowie das Fehlen von Schnitten, Kerben, Verschließ und Spuren chemischer Substanzen.

2.4 – ACHTUNG!

  • Sollte das Seil mit Öse Teil eines PSA-Systems sein, muss es mit einem entsprechenden Seil (selber Durchmesser und eventuell verschiedener Länge) ersetzt werden. Es ist unerlässlich, die Ersetzung im Kontrollblatt des Geräts oder des PSA-Systems einzutragen.

3) FUNKTIONSTEST

3.1 – KONTROLLE DER DIMENSIONEN

  • SEIL – Die Länge des Seils abmessen und die Übereinstimmung der Daten mit der Markierung überprüfen.
  • DURCHMESSER – Mit einem Kaliber den Seildurchmesser überprüfen, um die Übereinstimmung der Daten mit der Markierung festzustellen. Sollte das Seil mit Ösen Teil eines PSA-Systems sein, prüfen, dass der auf dem Etikett angeführte Durchmesser mit dem auf der Markierung des Geräts angegebenen Durchmesser kompatibel ist (z.B. Abseilgerät, Auffanggerät mit Führe).

3.2 – KONTROLLE VERBINDUNGSELEMENT (FALLS VORHANDEN)

  • Den Zustand des Verbindungselements prüfen, dazu die jeweilige Prüfverfahrens und der Gebrauchsanweisung kontrollieren.

Photo doc.

OK Das Gerät ist in gutem Zustand und kann in aller Sicherheit verwendet werden.
AUSMUSTERN Das Gerät weist mittlere/schwere Beschädigungen auf, welche die Hauptfunktionen beeinträchtigen und muss deshalb ausgemustert werden. Die bemerkten Schäden im Feld “ANMERKUNGEN” eintragen.
ÜBERPRÜFEN Das Gerät weist eine oder mehrere leichte Beschädigungen auf, die keinen Einfluss auf die Hauptfunktionen besitzen. Die bemerkten Schäden im Feld “ANMERKUNGEN” eintragen.
BEANTRAGUNG AUF ERSATZ Am Ende der Kontrolle, sollten keine weiteren Beschädigungen vorhanden sein und sollte eine Ersetzung stattfinden, kann das Gerät als diensttauglich erklärt werden, andernfalls muss es ausgemustert werden. Bis auf andere Angaben, kann die Ersetzung nur vom Hersteller, einem vom Hersteller ausgebildeten Techniker oder einer vom Hersteller befähigten Fachkraft vorgenommen werden. Die ersetzbaren Einzelteile eines jeden Geräts werden, falls vorhanden, im jeweiligen Prüfverfahren zusammen mit dem jeweiligen Code für den Kauf gelistet.
  • Zerrissene Schutzhülle und zerschnittene Fäden der Naht.


    fa-trash

    Zerrissene Schutzhülle und zerschnittene Fäden der Naht.


    fa-trash
  • Mantel mit mittel/hohem Verschleißgrad.


    fa-trash

    Mantel mit hohem Verschleißgrad.


    fa-trash
  • Mantel mit extremen Verschleißgrad, die Litzen des Seilkerns sind sichtbar.


    fa-trash

    Seil mit “Bruch”, d.h. einer bemerkenswerten Verformung des Seilkerns (sicht- und tastbar).


    fa-trash
  • Seil mit offensichtlichen Quetschanzeichen.


    fa-trash

    Seil mit offensichtlichen Quetschanzeichen.


    fa-trash
  • Seil mit offensichtlichen Kontaktspuren mit einem glühenden Körper.


    fa-trash

    Seil mit offensichtlichen Kontaktspuren mit einem glühenden Körper.


    fa-trash
  • Äußerst stark beschädigter Mantel, die Litzen des Seilkerns sind sichtbar.


    fa-trash

    Äußerst stark beschädigter Mantel, die Litzen des Seilkerns sind sichtbar.


    fa-trash
  • Mantel mit offensichtlichen Brennspuren.


    fa-trash

    Vollständig verbrannter Mantel mit daraus folgendem Austreten des Seilkerns.


    fa-trash
  • Bemerkenswerte Abnutzung der Schutzhülle und der darunterliegenden Naht.


    fa-trash

    Offensichtliche Anzeichen für eine „Schmelzung“ des Mantels, verursacht durch Seildurchlauf.

  • Schmutziges Seil mit offensichtlichen Farbresten.


    fa-trash

    Schmutziges Seil mit offensichtlichen Farbresten.


    fa-trash
  • Unleserliche Markierung durch Verschmutzung mit Farbe.


    fa-trash

    Abgenutzte Schutzhülle und Identifikationsetikette unleserlich.


    fa-trash
  • Durch chemische Substanzen verschmutztes Seil (Fett, Öl, usw.). .


    fa-trash

    Durch chemische Substanzen verschmutztes Seil (Fett, Öl, usw.).


    fa-trash
  • Innerer Bruch, eine Schwellung des Kerns ist sichtbar.


    fa-trash

    Offensichtliches Anzeichen für Verbrennung, durch Nähe zu einer Wärmequelle.


    fa-trash
  • Abgenutztes Seil in der Nähe der Enden mit Ösen.


    fa-trash

    Abgenutztes Seil in der Nähe der Enden mit Ösen.


    fa-trash
  • Fehlendes Etikett und extrem beschädigtes Seil an derselben Stelle.


    fa-trash

    Mantel mit mittlerem Verschleißgrad.


    fa-trash
  • Mantel mit hohem Verschleißgrad.


    fa-trash

    Mantel mit extremen Verschleißgrad, die Litzen des Seilkerns sind sichtbara.


    fa-trash
  • Seil mit schiefer Naht: dies deutet auf einen außergewöhnlichen Vorfall hin (z.B. Überlastung, heftiger Fall, usw.).

    .